Designorientierung
Die angesprochenen Schemata repräsentieren den operativen Teil einer Methodik, die im Folgenden unter dem Begriff Designorientierte Methodik (oder auch Designorientierung) vorgestellt wird. Das wesentliche Merkmal der designbasierten Methodik ist, dass direkt im Lernprozess digitale Lernbausteine entstehen. Dazu werden i.d.R. drei Kernprozesse I Design, II Produktion/Entäußerung und III Distribution durchlaufen. Der Designprozess (I) besteht aus zwei Elementen.
- I Designprozess:
- 1. Element -> Entwicklung
- Die Lernenden setzen sich in herkömmlichen und bewährten didaktischen Settings mit den Lerninhalten auseinander. In dieser Phase finden die intendierten kognitiven Entwicklungsprozesse statt.
- 2. Element -> Gestaltung
- Die Lernenden beschäftigen sich mit textueller und/oder grafischer Gestaltungsarbeit. Dazu gehört neben der Drehbucherstellung vor allem die Entwicklung und Sammlung digitaler Grundelemente (Texte, Bilder, Filme etc.) und die Zusammenführung dieser zu größeren Einheiten (z.B. PowerPoint-Präsentationen mitsamt Drehbuch als Vorstufe zum finalen Lernbaustein).
- II Produktions-/Entäußerungsprozess:
Die Lernenden überführen bzw. versprachlichen die digitalen Grundelemente auf Basis des Drehbuchs in einen bzw. einem digitalen Lernbaustein. Das Ergebnis ist ein personalisierter Wissensbaustein.
- III Distributionsprozess:
Der Lernbaustein wird für beliebige Nachnutzungskontexte (Learning-Object-Repository, Learn-Management-System, Content-Management-System, YouTube.de etc.) veröffentlicht.
Das didaktische Kernelement der designorientierten Methodik ist die Versprachlichung der Lerninhalte im Lernprozess durch die Lernenden selbst (Entäußerung). Insofern repräsentiert die Entwicklung eines Referates mit einer PowerPoint-Präsentation ohne erklärenden Audioanteil nur einen Teil der Methode, da hier der Entäußerungsprozess fehlt. Grundsätzlich eignet sich die Methodik sowohl für eher praktische Unterweisungen als auch für den Theorieunterricht in der (Berufs-)Schule. Grundsätzlich ist die Methode in allen Bildungsgängen anwendbar.
Die Methode wurde im Rahmen des Forschungsvorhabens DiPaL im dualen System der beruflichen Erstausbildung entwickelt, praktisch erprobt und in 13 didaktischen Experimenten hinsichtlich der Auswirkungen auf den Lernprozess bildungswissenschaftlich fundiert.