Verwendungshinweise (FAQ)

  1. Wie verbindlich sind die Vorschläge innerhalb der Kategorien?
    Bei Vorschlägen in den Kategorien Sozialform, Software, Hardware handelt es sich um erprobte Konfigurationen, die aber fast beliebig angepasst werden können. Bei der Kategorie Sozialform bedeutet die Empfehlung Partnerarbeit zum Beispiel in der Regel auch, dass dieses Schema in Gruppenarbeit durchgeführt werden kann.
  2. Warum ist der Ansatz besonders lernwirksam?
    Das Kernelement der designorientierten Methodik ist die Versprachlichung der Lerninhalte im Lernprozess durch die Lernenden selbst.
  3. Wozu die Symbole?
    Die Symbole helfen, schnell zu entscheiden, ob das Schema im Rahmen einer intendierten Lehrveranstaltung Verwendung finden kann.
  4. Warum gibt es keine Hinweise/Aussagen zur benötigten Zeit?
    Es ist in praktisch allen Schemata so, dass die benötigte Zeit neben den bekannten Einflussfaktoren (Leistungsstärke der Lerngruppe, intendierte Tiefe des Lernprozesses etc.) auch vom informationstechnologischen Anspruch und von der Medienkompetenz der Lernenden abhängig ist. Aus diesem Grunde lässt sich zu den benötigten Zeiten an dieser Stelle keine Aussage tätigen.
  5. Benötigt man einen separaten Raum?
    Bezüglich der räumlichen Ressourcen ist zu sagen, dass für die praktische Umsetzung eines Schemas ein separater Produktionsraum oftmals hilfreich sein kann.
  6. Wann ist eine Drehbucherstellung sinnvoll?
    Zu empfehlen ist dies grundsätzlich. Besonders aber bei Lerngruppen, die nicht an selbständiges Arbeiten und Lernen gewöhnt sind, sollte die vorherige Drehbucherstellung immer eingefordert werden. Bei den Untersuchungen innerhalb der didaktischen Experimente hat sich gezeigt, dass in der untersuchten Lerngruppe das Problem bestand, dass die Schülerinnen und Schüler den intendierten Entwicklungs- bzw. Lernprozess verhältnismäßig häufig zugunsten des Gestaltungsprozesses (Gestaltung der PowerPoint-Folien etc.) aufgaben.
  7. Wie kann der/die Lehrende den Produktionsprozess unterstützen und ggfs. strukturieren?
    Zu empfehlen ist, dass vom Lehrenden vorgegebene PowerPoint-Präsentationen eine möglichst kleinschrittige Animation der Folien beinhalten. Die Erklärungen werden dadurch strukturiert und das fertige Produkt wirkt lebendiger.
  8. Welche Hardware wird benötigt?
    Die benötigte Hardware für das jeweilige Schema wird aus Gründen der Übersichtlichkeit in Form von Icons dargestellt (siehe Legende). Dabei kann es durchaus vorkommen, dass nicht jede angegebene Hardware im Einzelnen benötigt wird, sondern bereits in vorhandener Hardware enthalten ist. Beispielweise ist in einigen Laptops bereits ein Mikrofon und/oder eine Videokamera integriert. Die Entscheidung, was wirklich benötigt wird, liegt deshalb stets beim Lehrenden.
  9. Welche Software wird benötigt?
    Für die meisten Schemata wird eine Produktionssoftware benötigt, die die Versprachlichung der Inhalte ermöglicht. Im Rahmen der praktischen Erprobung der Schemata erwies sich z.B. die Produktionssoftware Lecturnity von IMC als geeignet.
    Für die Vorprodukte (= digitale Grundelemente) sind die Microsoft Office oder auch Open Office Produkte erforderlich.
  10. Was ist ein Subjekt?
    Unter Subjekt versteht man den selbstbestimmten, aktiven Menschen, der seine Umwelt und die Geschichte mitgestaltet sowie durch Arbeit sich selbst entfaltet. Ausgestattet mit seinen individuellen Potenzialen ist er Teil der Gemeinschaften, Gruppen und der Gesellschaft, in denen er lebt. Durch tätiges und bewusstes In-Beziehung-Treten zur äußeren Welt entwickelt sich seine innere Welt und wird zum Subjekt. Hieraus entwickelt sich eine gestaltende Handlungsfähigkeit, ein reflexives Bewusstsein sowie die Autonomie des Subjektes.
  11. Was ist ein Lernbaustein
    Ein Lernbaustein ist eine im Lernprozess produzierte Datei (z.B. Flash, PowerPoint etc.). Die Datei kann aus einer Kombination von digitalen Grundelementen hervorgehen. Der Lernbaustein stellt im Empfinden des lernenden Subjekts inhaltlich eine abgeschlossene Einheit dar.
  12. Was ist ein digitales Grundelement?
    Ein digitales Grundelement ist jede Datei, die bezogen auf den Lernprozess inhaltlich wie didaktisch nicht abgeschlossen ist und erst in Kombination mit anderen digitalen Grundelementen oder Sprache zu einem visuellen/audiovisuellen Lernbaustein wird (z.B. Text-Dokument, Grafik, Foto, Rohfilm etc.)
  13. Was bedeutet Personalisierung im Kontext der Designorientierung?
    Der Baustein wird über diverse persönliche Merkmale der Lernenden personalisiert (Sprache, Dialekt, mediales Geschick etc.). Die öffentliche, weitgehend uneingeschränkte und gesellschaftlich legitimierte Distribution dieser direkt und indirekt personalisierten Lernbausteine im Kontext einer Perspektivenverschränkung (Lerner/Lehrer) soll im Folgenden als Vergesellschaftung bezeichnet werden. Der Begriff wurde gewählt, weil das entsprechende Verb vergesellschaften in einem sozialphilosophischen Verständnis die in der designbasierten Lernhandlung enthaltene Perspektivenverschränkung mit transportiert. Treffend zitiert Lichtblau zum Verb vergesellschaften einen Wörterbuchbeitrag aus dem Jahr 1780. Danach beschreibt vergesellschaften den Vorgang, das Etwas in Gesellschaft tritt. Etwas ist sowohl Subjekt als auch Objekt (Subjekt-Objekt-Dialektik). Diese Definition bringt den zentralen Aspekt zum Ausdruck: Bei dem vergesellschafteten Etwas handelt es sich nicht nur um die Idee, also das Wissen oder den Sachbeitrag als solches, sondern – in einem umfassenden Verständnis – auch um die Vergesellschaftung des Menschen, hier des Auszubildenden an sich.3 In Ergänzung zu den eher technokratisch geprägten Begriffen Distribution bzw. Veröffentlichung spiegelt der Begriff Vergesellschaftung zusätzlich, dass auch eine Öffentlichmachung von zentralen Informationen über das publizierende Subjekt mitgedacht werden muss. Diese zusätzlichen Informationen können im Kontext einer Nachnutzung der Lernbausteine von besonderer Bedeutung sein. So eröffnen die indirekten Informationen zum Autor, z.B. motivatorische Perspektiven, in der Nachnutzung, die ein anonymer – d.h. lediglich distribuierter – professioneller Lernbaustein nicht besitzt. In diesem Sinne spiegelt der Begriff Vergesellschaftung die Tatsache, dass dem Lernbaustein Metadaten beigefügt sind, die in verschiedener Art und Weise auf den  Nachnutzungsprozess des Lernbausteins Einfluss nehmen.
  14. Welches Verständnis von Kompetenzen wird hier zugrunde gelegt?
    Kompetenzen beschreiben die Verfügbarkeit über die eigenen Kräfte, Werte, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche aus Bildung und Qualifikation erwachsen. Das Ziel ist Autonomie, Emanzipation und Mündigkeit des Subjektes.
    Unterteilt werden die Kompetenzen auf die folgenden drei Ebenen:
    •    Selbstkompetenz, die Fähigkeit, in Bezug auf sich selbst urteils- und handlungsfähig zu sein.
    •    Fachkompetenz, die Fähigkeit, für Sachbereiche urteils- und handlungsfähig zu sein (einbezogen ist die Methodenkompetenz)
    •    Sozialkompetenz, die Fähigkeit, für soziale, gesellschaftliche und politische Fragen urteils- und handlungsfähig zu sein