Zur Subjektorientierung
Didaktisch repräsentieren Schemata in gewisser Weise die informationstechnologische Umsetzung des Konzeptes Lernen durch Lehren. In den Untersuchungen zur Entwicklung der Schemata hat sich gezeigt, dass die Lernenden oft eine Perspektivenverschränkung (Lehrer/Lerner) in den Produktions- und Lernprozess integrieren. Diese Verschränkung setzt teilweise Aktivierungspotenziale frei und gibt dem Prozess auf der anderen Seite praktisch notwendig eine besondere Tiefe: „Ich muss verstanden haben, was ich da erzähle.“ Dieses Statement eines Probanden aus den Abschlussinterviews zu den Experimenten belegt diesen Zusammenhang.
Die designbasierte Methodik ist wesentlich durch die Subjektbildungstheorie geprägt. Im Rahmen des Forschungsprojektes DiPaL wurden die Lernenden und Lehrenden entsprechend als Subjekte wahrgenommen. Durch ihre persönlichen Kompetenzen, die sie im schulischen und außerschulischen Rahmen erworben haben, und verbunden mit ihren individuellen Denk-, Wert-, Urteils- und Wahrnehmungsmustern beeinflussen sie die Lehr- und Lernprozesse und erweitern sie um zusätzliche Aspekte. Im Rahmen der Erstellung von Lernbausteinen wirkt der/die Lehrende durch die Aufgabenstellung auf den Prozess ein.
Die Lernenden bringen sich über ihr weitgehend selbstbestimmtes Handeln, also die Umsetzung der Aufgabe, in den Prozess ein. Im Resultat bildet der Lernbaustein das Wissen sowie persönliche Einstellungen und Dispositionen des Subjektes ab (Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz). Unter anderem werden im Verlauf des Bildungsprozesses gesellschaftliche Faktoren, wie z.B. die soziale Herkunft, das Alter des Autors, das Lernumfeld und die Sprache, in den Lernbaustein eingebunden. Auch wirken hier psychodynamische Kräfte wie Angst, Eifer, Entspannung, Ruhe, Aufregung, Freude und Selbstbewusstsein, was sich in den sprachlichen Ausformulierungen sowie dem didaktischen und medialen Geschick zeigt.
Die genannten Faktoren wirken sich zudem auf die Nachnutzung und Akzeptanz durch andere Lernende aus.
Die Methodik bedingt Individualität, da jeder/jede Lernende den Inhalt auf seine Weise erklärt und auch seinen eigenen Schwerpunkt setzt. Was ein/eine Lernende(r) als wichtig und essentiell betrachtet, kann ein(e) andere(r) als Information voraussetzen. So ist es dem Nachnutzer möglich, auf unterschiedliche Ressourcen zurückzugreifen, was sich motivierend auswirken kann, nach dem Motto: „Verstehe ich Baustein A nicht, versuche ich mittels Baustein B den Inhalt bzw. das Thema zu verstehen.“